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Oberursel, 29. August 2017

„Die Planer müssen auch die Perspektive der Weißkirchener einnehmen“

Die SPD sagt „Ja“ zu preiswertem Wohnraum und „Nein“ zu übermäßigem Landschaftsverbrauch

Dieser Zielkonflikt wird nach Meinung der SPD noch dadurch verschärft, dass auch im Außenbereich vielfältige Notwendigkeiten bestehen: so die Beachtung der klimatologischen Erfordernisse (Frischluftschneisen), die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes und das Interesse an der Erhaltung und Sicherung wertvoller Ackerböden für die Landwirtschaft und beliebter Grünzonen für die Naherholung einerseits. Zudem gehe es andererseits um verträgliche Abstände zu vorhandenen Verkehrswegen (Autobahn) und Versorgungsinfrastruktur (Strom-Hochspannungstrassen). Die Beachtung all dieser Randbedingungen kann, so die SPD, das Ergebnis haben, dass die Planungsziele aufgrund der Prüfungsergebnisse ganz oder teilweise nicht realisiert werden können.

Für den SPD-Vorsitzenden Matthias Fuchs ist die Schaffung preiswerten Wohnraums im Ballungsraum Rhein-Main ein wichtiges Ziel: „Wir unterstützen die Pläne der Frankfurter Koalition, mit deutlich erhöhter Schlagzahl in großem Umfang die Voraussetzungen für den Bau bezahlbaren Wohnraums zu schaffen. Ausdrücklich begrüßen wir es auch, dass etwa ein Drittel der geplanten Wohnungen im Bereich des sozial geförderten Wohnraums liegen soll. Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme bietet dafür die Instrumente. Es leuchtet hier auch ein, das Plangebiet an die vorhandenen Stadtteile anzuschließen.“

Ausgesprochen skeptisch sieht es die SPD Oberursel aber, dass der in Planung befindliche neue Frankfurter Stadtteil bis an die Oberurseler Gemarkungsgrenze reichen soll. Diesseits, also westlich der A 5, auf einem bislang rein landwirtschaftlich genutzten Areal im Umfang von etwa 100 Hektar ohne Anbindung an vorhandene Bebauung und Infrastruktur einen räumlich abgehängten neuen großen Stadtteil zu entwickeln, der den Abstand von Frankfurt zu Oberursel auf 600 Meter abschmelze, sei aus Oberurseler Sicht unverträglich.

Für die Konzeption eines solchen Stadtteils müsse man von den Planern auch verlangen, dass sie die Perspektive der Bewohner Weißkirchens einnehmen, um zu verstehen, dass ohne eine deutliche räumliche Abgrenzung zur vorhandenen Bebauung der Verlust an Lebensqualität für die Menschen, deren Familien hier teilweise seit Generationen leben, zu groß sei. Für den Erhalt eben dieser Lebensqualität reichten die von Planungsdezernent Mike Josef (Frankfurt) genannten etwa 600 Meter nicht aus“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Eggert Winter. „Neben der landschaftlichen Qualität des Gebiets, das ja nicht nur Agrarfläche ist, sondern Erholungsraum für vielfältige sportliche und kulturelle Zwecke muss auch der hohe landwirtschaftliche Wert gerade dieser Flächen gesehen werden, der unwiederbringlich mit einer Bebauung westlich der BAB 5 dahin wäre.“

Weiter führt Winter aus: „Frankfurt steht zwar erst am Anfang eines Planungsprozesses, dessen Ende und Ergebnis gegenwärtig nicht absehbar ist. Es liegt auch im Interesse der Nachbargemeinden, wenn Frankfurt mit diesem und anderen Vorhaben des preisgünstigen Wohnungsbaus Erfolg hat, denn das kann auch den Siedlungsdruck auf die Hochtaunusgemeinden verringern. Allerdings sollte Frankfurt wissen, dass es das Einvernehmen mit den Nachbargemeinden suchen muss, um seine Vorhaben sozialverträglich zu realisieren. Dies bedeutet aber auch, ursprüngliche Planungsabsichten aus besserer Einsicht zu korrigieren.“

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