Meldung:

Oberursel, 07. August 2017
SPD-Fraktion

Mit dem Fahrrad durch das geplante Wohnquartier im Norden Frankfurts

Kein Wunder also, dass sich am vergangenen Samstag mehr als 60 Radler am Treffpunkt einfanden. Ein Sturzregen schien das geplante Vorhaben scheitern zu lassen. Aber dann, pünktlich zur Startzeit, verzogen sich die Regenwolken und die Radkolonne setzte sich in Bewegung. Wolfgang Burchard, Ortsbeiratsmitglied in Weißkirchen und Stadtverordneter, führte die Gruppe zunächst auf dem Gemeinde-Grenzverlauf Richtung Steinbach, dann weiter entlang der Steinbachaue, unter der A5 hindurch auf das westlich der Autobahn gelegene Planungsgebiet und dann zurück zum Ausgangspunkt.
An markanten Punkten wurde jeweils angehalten und an Hand einer Karte, in der die für die Bebauung vorgesehene Fläche eingezeichnet war, erläuterte Wolfgang Burchard den Grenzverlauf und das Plangebiet für das Wohnquartier, das jetzt überwiegend Ackerfläche ist. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt über die Weitläufigkeit der Flächen für einen neuen Frankfurter Stadtteil. Wichtig erschien allerdings den mitfahrenden Lokalpolitikern, dass nur etwa ein Drittel des Geländes bebaut und das Areal ausreichend Frischluftschneisen erhalten soll.

Vor der Rundfahrt unterstrich Wolfgang Burchard, dass die Weißkirchner einer Bebauung der landwirtschaftlichen Nutzfläche westlich der A5 sehr skeptisch gegenüberstehen, da für sie ein wesentlicher Teil ihres Naherholungsgebietes verloren geht und der Verkehr – auch mit einer wie auch immer geplanten Südumgehung- zunächst mal der Verkehrsinfrastruktur im neuen Stadtteil diene und voraussichtlich Weißkirchen zusätzlich belasten wird. Burchard führte aus: „Mit Wohnen direkt an der Autobahn kann kein attraktiver neuer Stadtteil geschaffen werden. Wenn so viel Fläche neu versiegelt wird, dann geht nicht nur das Erholungsgebiet verloren, ich sehe auch große Gefahren für die Ökologie und die Landwirtschaft. Die verkehrlichen Folgen für Weißkirchen sind nicht abschätzbar.

Bürgermeister Hans-Georg Brum, der auch an der Tour teilnahm, zeigt großes Verständnis für die Ängste und Bedenken der Bürger, die um ihre Lebensqualität fürchten. Er bat allerdings auch um Verständnis für die andere Seite: Brum: „Jeder fordert preiswerten Wohnraum für die Region. Aber wo kann der entstehen?“ Das Problem ist das fehlende Angebot an Wohnungen in der Region, so Brum. “Ein Projekt wie dieses bietet durchaus die Chance, den Druck auf den Wohnungsmarkt zu reduzieren, was nicht nur Frankfurt sondern auch den Umlandgemeinden zugutekommen würde.“ Gegen eine Bebauung auf der Frankfurter Seite jenseits der A-5 sei nichts einzuwenden. Bei einer Bebauung nördlich der A-5 müssten strenge Kriterien angelegt werden, damit die Lebensqualität nicht beeinträchtigt wird. Dazu, so Brum, ist u.a. ein breiter Landschaftskorridor von 500 – 700 Metern auf Frankfurter Seite zur Stadtgrenze hin erforderlich. Brum betonte: „Es geht nicht um ein absolutes Ja oder Nein, ein Alles oder Nichts, sondern darum, wie zusätzliche Wohnungen in verträglicher Form, ohne die negative Folgen für Natur und Landschaft, geschaffen werden. Dazu müssten die Städte und Gemeinden zusammenarbeiten. Die Umlandgemeinden müssen frühzeitig bei der Planung mit einbezogen werden.“



Sitemap